Kunstausstellung, DUH Deutsche Umwelthilfe Berlin, 19. April 2018 – 5. April 2019

Das Thema

Ein Fluss fließt durch’s Land, transportiert Ware und Urlauber, ist in der Stadt Verkehrsmittel, Wirtschaftsfaktor und Erholung. Auf dem Land spendet er Tieren Wasser und ist erholsamer Rastplatz für uns Menschen. Sein Fließen entreißt unsere Gedanken dem Alltagsstress und träumt uns für eine kleine Ewigkeit zum fernen Meer.

Seeregenpfeifer (Charadrius alexandrinus)

Seeregenpfeifer (Charadrius alexandrinus) – Polychromos auf Wortgraphik – 24 x 29,8

Flüsse erzählen: von ihrem Ursprung, Verlauf, ihrem Weg in die Meere. Vieles bleibt rätselhaft. Sie geben uns eine Ahnung von unermesslicher Zeit, von Bewegung und Veränderung, von Gleichmaß und Trubel, von Ruhe und Gelassenheit. Ein Fluss, schon ein Bach bergen schillernde Geheimnisse und laden ein zum genaueren Hinschauen, zu einem übergeordneten „eintauchen“.

Diese Facetten hält TH in unserer Zeit für enorm wichtig, um freundlich und friedlich miteinander umgehen zu können: mit den anderen Menschen und mit unserer Erde.

Flüsse sind Lebensader auf vielschichtige Weise. Sie spiegeln Schönheit und Verletzlichkeit in unserer Welt.

Durch menschliche Eingriffe, direkt und indirekt verlieren die Flüsse immer häufiger ihre lebensbringende Kraft. Auf der einen Seite stehen Lebewesen, auf der anderen Profit und damit Abfall und Gifte im Fluss und an seinen Ufern. Natur und Mensch konkurrieren im miteinander und gegeneinander: Natur versus Industrie & konventioneller Landwirtschaft.

Zartes und Hartes liegen nah beieinander.

Die Künstlerin liebt unsere Erde. Seit Kindertagen hält sie sich oft in der Natur, an Bächen und Flüssen auf. Mit immer größeren Augen registriert sie seit längerem die Hiobs-Botschaften der Medien: Dieselskandal, Fipronil, Vergüllung, Insektensterben, Trinkwasserverseuchung. Der Welterschöpfungstag 2017 war weltweit am 2. August erreicht. Deutschland jedoch hatte ihn bereits am 24. April ‚geschafft‘.

Deutschland als hochentwickeltes Land erreicht so früh sein Limit? Was für ein „Erreichen“ ist das? Ein Limit zu überschreiten, das Menschen in südlichen Kontinenten ihrer Lebensgrundlage beraubt? Respektlosigkeit scheint zu regieren. Fakten werden immer wieder negiert von Politik und Wirtschaft.

Wir Menschen sind unentrinnbar mit unserer Erde und ihrem Zustand verflochten. Chance und Verantwortung.

Uferschnepfe (Limosa limosa)

Uferschnepfe (Limosa limosa) – Polychromos auf Wortgraphik – 24 x 29,8

Vor diesem komplexen Hintergrund nähert sich die Künstlerin der Vielfalt ihrer unterschiedlichen Eindrücke und Erlebnisse in verschiedenen Techniken und Werkstoffen: Leinwand, Papier, Acryl, Glas, Holz. Es sind vorrangig „schöne“, oft farbenfrohe Bilder und Objekte, teils verträumt, zuweilen rätselhaft, mal realistisch, manchmal surrealistisch. Sie spiegeln die der Erde innewohnende Schönheit wieder. Die Schattenseiten verschweigt die Künstlerin nicht. Die harte sachliche Konfrontation gehöre allerdings ins Ressort von Wissenschaft und Journalismus.

Unsere Erde ist wundervoll – und für die gesamte Menschheit lebensnotwendig. Vor allem ist sie: wunderschön.

Die durch sie inspirierten Werke von TH berühren, laden ein zum Verweilen, zum Eintauchen, zum Träumen und Nachdenken.

Tamara Hasselblatt

Tamara Hasselblatt © privat

Tamara Hasselblatt © privat

Tamara Hasselblatt war bereits als Teenager Schülerin des ungarischen Künstlers Prof. Denes Ösz.

Dann Kunstakademie Düsseldorf. Durch Tony Cragg auf zeitgenössische Kunst aufmerksam geworden.
Beim Beuys-Schüler P.P. Zang in die Feinheiten des Schraffierens abgetaucht.

Mehrere Male in New York bei der Holocaust-Überlebenden Ella A.: Geschichten – Geschichte. Intensive Auseinandersetzung mit dem Schicksal von Verfolgten des Dritten Reiches, u.a. Sophie Scholl, Clara und Eduard Rosenthal, Elie Wiesel. Siehe Villa Rosenthal und Dunkelheit und Ewigkeit.

Engagement für ein Mutter-Kind-Projekt in der DR Kongo. Auslöser für ihr Kunstprojekt „Different Aspects of Africa“.

Fast zwei Jahre in der Schweizer Bergwelt gelebt, diverse Studienaufenthalte in den Cevennen, in der Auvergne. Reisen nach Afrika, in die Antarktis. Dort erschüttert worden von der Verletzung der Welt im dahinschmelzenden Weissblau des nicht mehr ewigen Eises.

Seit früher Kindheit eng verbunden mit der Natur. Fortwährend künstlerische Auseinandersetzung mit der Schönheit und dem Reichtum unseres Planeten. Dessen Zerstörung deshalb umso intensiver erlebend.

Wir Menschen sind unentrinnbar mit unserer Erde und ihrem Zustand verflochten. Chance und Verantwortung.

Techniken: Verschiedene. Glas und Architektur: Ideen, Visionen und Positionen durch Licht und Farbe auf transparente Weise materialisieren.

TH lebt und arbeitet bei Hamburg.

 

wannundwo

„lebensader fluss“, 19. April 2018 – 5. April 2019

Deutsche Umwelthilfe e.V.
Hackescher Markt 4
10178 Berlin
Web: www.duh.de

Besichtigungstermine nach Vereinbarung
Claudia Tauer, tauer@duh.de oder telefonisch 030 / 240 08 67-0

 

Die Eröffnung war am 19. April 2018 mit Begrüßung durch

  • Dr. Ernst Paul Dörfler
    deutscher Autor, Naturschützer, Euronatur-Preis 2010 für den Erhalt insbesondere der Elbe-Flusslandschaft
  • Sascha Müller-Kraenner,
    Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH)

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